Ich hab die Nase voll davon in Kartenhäusern zu wohnen. Mir ständig Sorgen zu machen wann sie zusammenfallen und wie viel Schaden sie anrichten werden. Ich will auf der Stelle so kaputt sein, wie ich es nur werden kann. Dann hab ich es hinter mir.
Die hinterlistigen kleinen Windstöße sollen alle auf einmal auf mein Kartenhaus einprasseln. Damit ich endlich weiß, wie ich es aufbauen muss, damit es nicht mehr so leicht umfällt.
Samstag, 5. März 2011
Dienstag, 15. Februar 2011
Fantastische Menschen Teil 1
Zur allgemeinen Aufheiterung, und um meinem Egosimus ein wenig die Luft aus den Segeln zu nehmen, möchte ich von nun an immer mal wieder kleine Beiträge über Menschen schreiben, die sich so in meinem Leben plaziert haben, dass sie mich nicht kalt lassen können.
Heute: H.
H. kenne ich schon eine Weile flüchtig. Sie war mir, bevor ich sie näher kennen gelernt habe, immer deshalb sympathisch, weil sie mir mit einer sehr starken Durchhaltekraft immer nur Namen wie Schneewittchen, Disneyprinzessin oder ähnlich niedliche Spitznamen die einem kleinen Mädchen eben einfach gefallen, gab. Ja, wahrscheinlich konnte sie sich meinen Namen nicht merken, aber das ist doch eine sehr liebe Art dieses Problem zu kaschieren.
H. ist eine etwas schrullige Frau um die 50 (sie verrät ihr Alter grundsätzlich nicht) mit Eskimowangenknochen und der Angewohntheit nur lange, teils sehr farbenfrohe Röcke zu tragen. Ich war nicht wenig überrascht als ich erfuhr, dass sie Ärztin ist.
H. hat zwei bildschöne Töchter, die beide eine wahnsinnig sanfte Stimme haben und die ich, im Gegensatz zu ihrer Mutter, auch noch nie fluchen gehört habe.
Richtig kennen gelernt habe ich H. bei einer Chorakademie letztes Jahr. Diese Akademie ist eine Woche volle Dröhnung Musik. Man rennt von Plenumschor zu Studiochor zu Einzelstimmbildung zu Gehörbildung zu Plenumschor etc... Dazwischen isst oder schläft man, oder, wie in meinem Fall: man sitzt in seinem kleinen Zimmerchen und chattet vegane Gummibären essend mit den Daheimgebliebenen. Kurz: Es ist einfach wundervoll. Der Inbegriff des positiven Stress.
Da H. die einzige war, die ich schon zuvor in meinem Leben gesehen hatte, hielt ich mich vor allem zu Beginn der Woche ein wenig an ihr fest, denn sie war schon das etwa 120. mal bei der Akademie und wusste offensichtlich wie der Hase läuft. Aber sie hat mir nicht nur beigebracht wie man es schafft eine Woche ohne langfristige Schäden durchzusingen, sondern noch so viel mehr.
So erzählte sie mir, dass sie die meisten ihrer Arztkollegen nicht leiden kann, und den Arztberuf selbst für überbewertet hält. Sie erzählte mir von Kindern mit ADHS, denen sie Schlagzeugunterricht statt ruhigstellende Pillen verschrieb und von Eltern, die sie dafür hassten. Sie erzählte mir, dass sie mit ihren Kindern oft einfach irgendwo hingefahren ist, weil ihr das Urlaubplanen zu kompliziert war und dass sie deswegen schon einmal mit ihren Töchtern in der Gartenhütte eines verreiseten Freundes übernachten musste. "Hat ihnen doch nicht geschadet, oder?"
Sie erklärte mir mit einer Ernsthaftigkeit und Aufrichtigkeit von ihrer Überzeugung, dass Tiere nicht nur die besten Therapeuten, sondern auch die besten Analytiker bei psychischen Problemen sind und zehn Minuten später flüsterte sie mir kichernd ihre Diagnosen für andere Akademieteilnehmer ins Ohr.
Wir unterhielten uns über Eltern, die ihre Kinder zum Musikmachen zwangen und über das Musikmachen selbst. Wir redeten mitten in der Nacht auf einer Brücke über die psychische Labilität von Komponisten und darüber, ob Kunst einen Menschen zerstören kann/darf/soll.
Sie hat mir versucht weis zu machen, dass ich Mathematikerin werden könnte. Dass ich Organistsin werden könnte. Physikerin, Chemikerin, Pharmazeutin, Linguistikerin, Autorin, 1m55cm großes, viel zu schweres Model, einfach für jeden Beruf fand sie ein Argument, für jeden erdenklichen Werdegang einen Grund der mich in ihren Augen ideal erscheinen ließ.
Sie kennt meinen Namen mittlerweile. Aber Schneewittchen nennt sie mich immer noch.
Heute: H.
H. kenne ich schon eine Weile flüchtig. Sie war mir, bevor ich sie näher kennen gelernt habe, immer deshalb sympathisch, weil sie mir mit einer sehr starken Durchhaltekraft immer nur Namen wie Schneewittchen, Disneyprinzessin oder ähnlich niedliche Spitznamen die einem kleinen Mädchen eben einfach gefallen, gab. Ja, wahrscheinlich konnte sie sich meinen Namen nicht merken, aber das ist doch eine sehr liebe Art dieses Problem zu kaschieren.
H. ist eine etwas schrullige Frau um die 50 (sie verrät ihr Alter grundsätzlich nicht) mit Eskimowangenknochen und der Angewohntheit nur lange, teils sehr farbenfrohe Röcke zu tragen. Ich war nicht wenig überrascht als ich erfuhr, dass sie Ärztin ist.
H. hat zwei bildschöne Töchter, die beide eine wahnsinnig sanfte Stimme haben und die ich, im Gegensatz zu ihrer Mutter, auch noch nie fluchen gehört habe.
Richtig kennen gelernt habe ich H. bei einer Chorakademie letztes Jahr. Diese Akademie ist eine Woche volle Dröhnung Musik. Man rennt von Plenumschor zu Studiochor zu Einzelstimmbildung zu Gehörbildung zu Plenumschor etc... Dazwischen isst oder schläft man, oder, wie in meinem Fall: man sitzt in seinem kleinen Zimmerchen und chattet vegane Gummibären essend mit den Daheimgebliebenen. Kurz: Es ist einfach wundervoll. Der Inbegriff des positiven Stress.
Da H. die einzige war, die ich schon zuvor in meinem Leben gesehen hatte, hielt ich mich vor allem zu Beginn der Woche ein wenig an ihr fest, denn sie war schon das etwa 120. mal bei der Akademie und wusste offensichtlich wie der Hase läuft. Aber sie hat mir nicht nur beigebracht wie man es schafft eine Woche ohne langfristige Schäden durchzusingen, sondern noch so viel mehr.
So erzählte sie mir, dass sie die meisten ihrer Arztkollegen nicht leiden kann, und den Arztberuf selbst für überbewertet hält. Sie erzählte mir von Kindern mit ADHS, denen sie Schlagzeugunterricht statt ruhigstellende Pillen verschrieb und von Eltern, die sie dafür hassten. Sie erzählte mir, dass sie mit ihren Kindern oft einfach irgendwo hingefahren ist, weil ihr das Urlaubplanen zu kompliziert war und dass sie deswegen schon einmal mit ihren Töchtern in der Gartenhütte eines verreiseten Freundes übernachten musste. "Hat ihnen doch nicht geschadet, oder?"
Sie erklärte mir mit einer Ernsthaftigkeit und Aufrichtigkeit von ihrer Überzeugung, dass Tiere nicht nur die besten Therapeuten, sondern auch die besten Analytiker bei psychischen Problemen sind und zehn Minuten später flüsterte sie mir kichernd ihre Diagnosen für andere Akademieteilnehmer ins Ohr.
Wir unterhielten uns über Eltern, die ihre Kinder zum Musikmachen zwangen und über das Musikmachen selbst. Wir redeten mitten in der Nacht auf einer Brücke über die psychische Labilität von Komponisten und darüber, ob Kunst einen Menschen zerstören kann/darf/soll.
Sie hat mir versucht weis zu machen, dass ich Mathematikerin werden könnte. Dass ich Organistsin werden könnte. Physikerin, Chemikerin, Pharmazeutin, Linguistikerin, Autorin, 1m55cm großes, viel zu schweres Model, einfach für jeden Beruf fand sie ein Argument, für jeden erdenklichen Werdegang einen Grund der mich in ihren Augen ideal erscheinen ließ.
Sie kennt meinen Namen mittlerweile. Aber Schneewittchen nennt sie mich immer noch.
Donnerstag, 13. Januar 2011
Das fünfäugige, sechsbeinige Gericht
Schönen Vormittag.
Ich habe schon viel zu lange keinen schriflichen Post mehr veröffentlicht, auch wenn ca. fünf Entwürfe auf meinem Konto ruhen... ich kann sie ja selbst kaum lesen, so schlecht sind sie, deshalb wollte ich sie auch nicht dem www zumuten.
Ich bin grundsätzlich ein wenig schreibblockiert in letzter Zeit. Ich hab das Gefühl, dass mich mein Hirn dazu zwingen will mich zusammenzureißen, und das macht es indem es mich höchstens fünf Minuten an einem Text sitzen lässt um ihn danach sofort zu vernichten (muhaha).
Vielleicht ist es auch ganz gut so. Die Schule und die Menschen fordern meine Aufmerksamkeit und ich denke es ist langsam an der Zeit meinen Egoismus etwas zurückzuschrauben. Das soll ja angeblich glücklich machen.
Ich hab mich die letzten Tage an eine Fliege erinnert, die ich als kleines Mädchen einmal unabsichtlich umgebracht habe. Sie war nicht das erste Insekt das ich umgebracht habe und sie war auch nicht das letzte, aber damals fühlte ich mich so dermaßen schlecht, dass ich stundenlang geweint habe. Wegen einer Fliege. Ja, ich war ein anstrengendes Kind.
Auf jeden Fall glaube ich, ich habe mich in den letzten Tagen genauso gefühlt wie nach meinem ungwollten Fliegenattentat. Ich bin rücksichtslos durch die Welt gelaufen und hab die verschiedensten Fliegen der verschiedensten Menschen totgeschlagen. Natürlich hat man da ein schlechtes Gewissen, wenn man seinem Umfeld immer mehr Fliegen wegnimmt, und das auch noch ohne böse Absicht. Das schlechte Gewissen habe ich gebraucht. Schlechtes Gewissen bringt einen zurück auf den Boden, aber jetzt ist es auch wieder gut. Ich glaube, ich kann jetzt aufhören das Opfer zu spielen, mich wehrlos und verständnisvoll nickend den summenden Anklagen zu stellen. So viel Scheiße hab ich dann auch wieder nicht gebaut. Und selbst wenn, dann sollte das den Fliegen doch eigentlich gefallen.
R.I.P. ihr lieben Fliegen, ich habs nicht so gemeint.
Ich habe schon viel zu lange keinen schriflichen Post mehr veröffentlicht, auch wenn ca. fünf Entwürfe auf meinem Konto ruhen... ich kann sie ja selbst kaum lesen, so schlecht sind sie, deshalb wollte ich sie auch nicht dem www zumuten.
Ich bin grundsätzlich ein wenig schreibblockiert in letzter Zeit. Ich hab das Gefühl, dass mich mein Hirn dazu zwingen will mich zusammenzureißen, und das macht es indem es mich höchstens fünf Minuten an einem Text sitzen lässt um ihn danach sofort zu vernichten (muhaha).
Vielleicht ist es auch ganz gut so. Die Schule und die Menschen fordern meine Aufmerksamkeit und ich denke es ist langsam an der Zeit meinen Egoismus etwas zurückzuschrauben. Das soll ja angeblich glücklich machen.
Ich hab mich die letzten Tage an eine Fliege erinnert, die ich als kleines Mädchen einmal unabsichtlich umgebracht habe. Sie war nicht das erste Insekt das ich umgebracht habe und sie war auch nicht das letzte, aber damals fühlte ich mich so dermaßen schlecht, dass ich stundenlang geweint habe. Wegen einer Fliege. Ja, ich war ein anstrengendes Kind.
Auf jeden Fall glaube ich, ich habe mich in den letzten Tagen genauso gefühlt wie nach meinem ungwollten Fliegenattentat. Ich bin rücksichtslos durch die Welt gelaufen und hab die verschiedensten Fliegen der verschiedensten Menschen totgeschlagen. Natürlich hat man da ein schlechtes Gewissen, wenn man seinem Umfeld immer mehr Fliegen wegnimmt, und das auch noch ohne böse Absicht. Das schlechte Gewissen habe ich gebraucht. Schlechtes Gewissen bringt einen zurück auf den Boden, aber jetzt ist es auch wieder gut. Ich glaube, ich kann jetzt aufhören das Opfer zu spielen, mich wehrlos und verständnisvoll nickend den summenden Anklagen zu stellen. So viel Scheiße hab ich dann auch wieder nicht gebaut. Und selbst wenn, dann sollte das den Fliegen doch eigentlich gefallen.
R.I.P. ihr lieben Fliegen, ich habs nicht so gemeint.
Sonntag, 26. Dezember 2010
This world is only gonna break your heart
Der Beweis, dass ich mindestens drei Akkorde behersche.
Eigentlich wollte ich ja ein anderes Lied hochladen. Leider ist mir eingefallen, dass ich furchtbar schlecht mit MovieMaker umgehen kann. Also hab ich heute Früh ein weit einfacheres aufgenommen, weil es mir am Herzen lag.
Herrgott ist das peinlich. Ich geh mal eben sterben.
Eigentlich wollte ich ja ein anderes Lied hochladen. Leider ist mir eingefallen, dass ich furchtbar schlecht mit MovieMaker umgehen kann. Also hab ich heute Früh ein weit einfacheres aufgenommen, weil es mir am Herzen lag.
Herrgott ist das peinlich. Ich geh mal eben sterben.
Sonntag, 28. November 2010
Selbstdarstellung/-distanzierung
Es ist nicht leicht nachzudenken, wenn man unter Leuten ist, die alles versuchen um gerade das zu vermeiden. Aber es wäre noch schlimmer, wenn die Leute um einen herum auch nachdenken würden. Dann könnten sie nämlich noch auf die Idee kommen über etwas anderes zu reden als oberflächlichen Scheißdreck den eigentlich sowieso niemanden interessiert. Wir denken alle für uns selbst und sprechen von etwas anderem. Ich bin da keine Ausnahme. Ich schreibe darüber.
Als 17jähriges kleines Mädchen in einem niederösterreichischen Kaff voll mit Menschen die mehr als trinkfest sind, hat man einige Möglichkeiten. Aber bin ich denn dazu da eine dieser Möglichkeiten wahrzunehmen?
Bin ich dazu da 5 Wochentage mit hohlem Gekichere und todernstem Lernen von Formeln und BWL-Kapiteln zu verbringen, nur um sämtliche angestaute Aggressionen an den 2 verbleibeneden Tagen bei Trinken, Herumzappeln und in-einer-Ecke-Liegen in irgendwelchen grindigen Lokalen abzubauen?
Bin ich dazu da mich nach einem genau nach meinem Körpergewicht kalkulierten Ernährungsplan und Bewegungskonzept zu orientieren und immer freundlich und absolut ausgeglichen in einem "Alles-ist-schön"-Singsang zu sprechen?
But then again: Bin ich dazu da um dem verzweifelten Künstlerklischee à la Anja Plaschg zu entsprechen, was sich offensichtlich viele von mir erwarten. Mich zurückzuziehen und mit dunklen Augenringen auf einer einsamen Parkbank kleine depressive Gedichtchen in ein schwarz eingebundes Notizbuch zu kritzeln?
Ich weiß überhaupt nicht was ich da eigentlich mache. Aber bis ich es weiß bleibe ich eben das eigenartige Mädchen das auf seine Möbel schreibt und sich auf eine vollgestopfte Straße sehnt auf der sie sich völlig allein durch tausend Menschen mit abertausenden Geschichten drängt und sich so problemlos von einfach allem distanzieren kann, dass es ihm manchmal selbst Angst macht.
Ich schreibe darüber.
Was machst du?
Als 17jähriges kleines Mädchen in einem niederösterreichischen Kaff voll mit Menschen die mehr als trinkfest sind, hat man einige Möglichkeiten. Aber bin ich denn dazu da eine dieser Möglichkeiten wahrzunehmen?
Bin ich dazu da 5 Wochentage mit hohlem Gekichere und todernstem Lernen von Formeln und BWL-Kapiteln zu verbringen, nur um sämtliche angestaute Aggressionen an den 2 verbleibeneden Tagen bei Trinken, Herumzappeln und in-einer-Ecke-Liegen in irgendwelchen grindigen Lokalen abzubauen?
Bin ich dazu da mich nach einem genau nach meinem Körpergewicht kalkulierten Ernährungsplan und Bewegungskonzept zu orientieren und immer freundlich und absolut ausgeglichen in einem "Alles-ist-schön"-Singsang zu sprechen?
But then again: Bin ich dazu da um dem verzweifelten Künstlerklischee à la Anja Plaschg zu entsprechen, was sich offensichtlich viele von mir erwarten. Mich zurückzuziehen und mit dunklen Augenringen auf einer einsamen Parkbank kleine depressive Gedichtchen in ein schwarz eingebundes Notizbuch zu kritzeln?
Ich weiß überhaupt nicht was ich da eigentlich mache. Aber bis ich es weiß bleibe ich eben das eigenartige Mädchen das auf seine Möbel schreibt und sich auf eine vollgestopfte Straße sehnt auf der sie sich völlig allein durch tausend Menschen mit abertausenden Geschichten drängt und sich so problemlos von einfach allem distanzieren kann, dass es ihm manchmal selbst Angst macht.
Ich schreibe darüber.
Was machst du?
Sonntag, 14. November 2010
Definiere Desillusion!
Es war einmal ein kleines Mädchen, das die Welt und ihre Abläufe nicht kannte. Benachteiligt fühlte sie sich aber trotzdem nie, denn sie war immer wohl behütet und geliebt gewesen. Sie hatte zwar keine Freunde, aber sie hatte ihre Familie. Sie ging nicht zur Schule, um vor den Alltagsproblemen Gleichaltriger geschont zu werden. Ihre Familie wollte nur das Beste für sie. Ihr Kopf war so voll mit Ideen und Liebe, dass sich das kleine Mädchen nie fragen musste, wie es wohl im Rest der Welt aussah. Die Welt in ihrem Kopf war so perfekt, dass sie sich nicht hinaustraute. Sie liebte ihr Leben und obwohl ihre Familie ihr jede Tür offen ließen, stieß sie nie eine in die Wirklichkeit auf. Bis sie eines Tages das erste mal bewusst an das geöffnete Fenster trat und zum ersten mal bewusst die Luft von draußen atmete. Sie konnte nicht fassen, was sie alles roch. Die Bäume, die ihr immer die Sicht auf die Stadt versperrten hatten ebenso einen unverkennbaren Geruch wie die Autos auf der Straße hinter ihnen. Mit einem mal kam es dem kleinen Mädchen so vor, als ob sie Leben atmete. Echtes Leben. Und sie fand es unglaublich spannend.
Ohne lang zu überlegen lief das Mädchen zu der großen Holztür, durch die sie sonst nur ging um in den Garten zu gelangen. Doch diesmal ließ sie auch den Garten hinter sich und lief und lief und lief und lachte alle Menschen die ihr entgegenkamen an. Langsam begriff das kleine Mädchen, warum ihre Familie sie immer dazu bewogen hatte auch einmal nach draußen zu gehen. All die Menschen mit den verschiedensten Gesichtern. Sie alle erzählten eine eigene Geschichte die noch lange nicht fertiggeschrieben war. Sie alle waren so wunderschön.
Nach einiger Zeit war das Mädchen ganz außer Atem und setzte sich an eine Bordsteinkante. Sie wusste nicht mehr wie lange sie gelaufen war. Vor ihr erstreckten sich viele Gebäude mit dem buntesten Schmuck und den schönsten Dingen darin. Als sie so da saß und sich überlegte wie es wohl gewesen wäre schon viel früher das Grundstück ihrer Familie zu verlassen kam ein junger Mann auf sie zu. Er war groß und schlank und wohl etwa so alt wie das Mädchen. Er war genauso wunderschön wie all die anderen Menschen , doch irgendwie gefiel er dem Mädchen besonders. "Du, Mädchen", sagte der junge Mann und setzte sich zu ihr. "Du bist schön", sagte er und nahm ihre Hand. Lächelnd stand das Mädchen mit dem Jungen auf und ging mit ihm ein Stück. Sie gingen durch die Stadt, durch kleine Parks und an Seen und Teichen vorbei. Es wurde langsam immer dunkler und sie gingen immer weiter, bis der Junge plötzlich stehen blieb und dem Mädchen in die Augen schaute. "Du hast die wunderschönsten Augen und das liebste Lächeln von allen", sagte er und das Mädchen wurde ganz rot. "Du bist so schön, dass ich dich haben will. Ich will, dass du noch viel weiter mit mir gehst. Ich werde dir viele Orte und Sachen zeigen. Ich will, dass du bei mir bleibst, damit ich auch etwas Schönes habe", redete der junge Mann weiter. Das kleine Mädchen konnte ihr Glück gar nicht fassen und wollte bereits zustimmen als der schöne junge Mann sich plötzlich umdrehte und wortlos von ihr wegging.
Anfangs war das kleine Mädchen sehr traurig. Sie hatte von so etwas wie Liebe gelesen. Dass es Menschen gab, die andere Menschen ganz besonders schön fanden und deshalb bei ihnen blieben, egal was das auch kostete. Sie überlegte, ob das vielleicht Liebe gewesen war. Doch sie konnte nicht zu Ende überlegen, denn es dauerte nicht lange, und ein anderer Junge stellte sich zu ihr und sagte: "Du bist schön". "Willst du mich haben?", fragte das Mädchen und nahm die Hand des Jungen. Er nickte und sie gingen wieder ein Stück.
Drei Tage lang hatte das Mädchen viele verschiedene Hände gehalten und war viele verschiedene Wege gegangen. Am Abend des dritten Tages war sie sehr müde und beschloss keine Hand mehr zu nehmen. Denn sie verstand nicht, warum sie so viele junge Männer schön fanden, und sie trotzdem nie länger als ein paar Stunden begleiteten. Leise find das kleine Mädchen zu weinen an. "Ich wünschte, ich wäre nicht schön. Ich wünschte, ich wäre nicht schön, und fände jemanden der mir trotzdem sagt, dass ich es bin. Ich wünschte dieser jemand würde den längsten Weg von allen mit mir gehen", schluchzte sie vor sich hin und starrte dabei in den mit Sternen erleuchteten Abendhimmel. "Ich wünschte jemand würde meinen Namen sagen, und nicht nur 'Mädchen'. Ich wünschte jemand würde sehen, dass ich ein eigener Name bin"
Ohne lang zu überlegen lief das Mädchen zu der großen Holztür, durch die sie sonst nur ging um in den Garten zu gelangen. Doch diesmal ließ sie auch den Garten hinter sich und lief und lief und lief und lachte alle Menschen die ihr entgegenkamen an. Langsam begriff das kleine Mädchen, warum ihre Familie sie immer dazu bewogen hatte auch einmal nach draußen zu gehen. All die Menschen mit den verschiedensten Gesichtern. Sie alle erzählten eine eigene Geschichte die noch lange nicht fertiggeschrieben war. Sie alle waren so wunderschön.
Nach einiger Zeit war das Mädchen ganz außer Atem und setzte sich an eine Bordsteinkante. Sie wusste nicht mehr wie lange sie gelaufen war. Vor ihr erstreckten sich viele Gebäude mit dem buntesten Schmuck und den schönsten Dingen darin. Als sie so da saß und sich überlegte wie es wohl gewesen wäre schon viel früher das Grundstück ihrer Familie zu verlassen kam ein junger Mann auf sie zu. Er war groß und schlank und wohl etwa so alt wie das Mädchen. Er war genauso wunderschön wie all die anderen Menschen , doch irgendwie gefiel er dem Mädchen besonders. "Du, Mädchen", sagte der junge Mann und setzte sich zu ihr. "Du bist schön", sagte er und nahm ihre Hand. Lächelnd stand das Mädchen mit dem Jungen auf und ging mit ihm ein Stück. Sie gingen durch die Stadt, durch kleine Parks und an Seen und Teichen vorbei. Es wurde langsam immer dunkler und sie gingen immer weiter, bis der Junge plötzlich stehen blieb und dem Mädchen in die Augen schaute. "Du hast die wunderschönsten Augen und das liebste Lächeln von allen", sagte er und das Mädchen wurde ganz rot. "Du bist so schön, dass ich dich haben will. Ich will, dass du noch viel weiter mit mir gehst. Ich werde dir viele Orte und Sachen zeigen. Ich will, dass du bei mir bleibst, damit ich auch etwas Schönes habe", redete der junge Mann weiter. Das kleine Mädchen konnte ihr Glück gar nicht fassen und wollte bereits zustimmen als der schöne junge Mann sich plötzlich umdrehte und wortlos von ihr wegging.
Anfangs war das kleine Mädchen sehr traurig. Sie hatte von so etwas wie Liebe gelesen. Dass es Menschen gab, die andere Menschen ganz besonders schön fanden und deshalb bei ihnen blieben, egal was das auch kostete. Sie überlegte, ob das vielleicht Liebe gewesen war. Doch sie konnte nicht zu Ende überlegen, denn es dauerte nicht lange, und ein anderer Junge stellte sich zu ihr und sagte: "Du bist schön". "Willst du mich haben?", fragte das Mädchen und nahm die Hand des Jungen. Er nickte und sie gingen wieder ein Stück.
Drei Tage lang hatte das Mädchen viele verschiedene Hände gehalten und war viele verschiedene Wege gegangen. Am Abend des dritten Tages war sie sehr müde und beschloss keine Hand mehr zu nehmen. Denn sie verstand nicht, warum sie so viele junge Männer schön fanden, und sie trotzdem nie länger als ein paar Stunden begleiteten. Leise find das kleine Mädchen zu weinen an. "Ich wünschte, ich wäre nicht schön. Ich wünschte, ich wäre nicht schön, und fände jemanden der mir trotzdem sagt, dass ich es bin. Ich wünschte dieser jemand würde den längsten Weg von allen mit mir gehen", schluchzte sie vor sich hin und starrte dabei in den mit Sternen erleuchteten Abendhimmel. "Ich wünschte jemand würde meinen Namen sagen, und nicht nur 'Mädchen'. Ich wünschte jemand würde sehen, dass ich ein eigener Name bin"
Montag, 1. November 2010
Warum eigentlich?
Hallo liebe Welt, ich sags ganz frei heraus: bei mir läufts zur Zeit einfach einwandfrei.
Und weil man sich doch so eine Phase die ganze Zeit nur wünscht, möchte ich mich doch fragen: Warum kann ich das eigentlich nicht genießen?
Wieso kann ich mich nicht zurücklehnen, so weiter machen wie bisher, einfach aus dem Wissen heraus, dass es ja so funktioniert, und die Show anschauen. Wieso kann ich nicht weiterhin jeden Morgen aufstehen und es so machen wie jetzt, wo doch alles so fantastisch funktioniert.
Weil es eben nicht funktioniert.
Ich komme bis zum hohen B, davon hab ich geträumt, seit ich Gesangsunterrricht nehme. Ich hab es. Und jetzt? Joah. Jetzt ist gut.
Ich habe mir alle nicht so schönen Noten von all den letzten Jahren in denen ich die pure Faulheit in der Schule dargestellt habe ausgebessert. Und jetzt? Joah. Jetzt ist gut.
Ich muss nur noch 10 Minuten pro Tag Geige üben damit mein Musiklehrer einigermaßen zufrieden ist. Davon konnte ich vor einem Jahr nur träumen. Und jetzt? ...
Ich habe einen Preis mit der Fähigkeit gewonnen, die mir immer am allermeisten wert war. Mit dem Schreiben. Und jetzt? Joah. Jetzt ist es dann auch gut.
Also: Warum hab ich keine Lust mehr zu singen?
Warum beleidige ich Lehrer mit denen ich es bis jetzt eigentlich immer leicht hatte?
Warum spiele ich wie eine Besessene jeden verdammten Tag so lange Geige bis mit die Schultern und Finger so dermaßen wehtun, dass ich gar keine andere Wahl mehr habe als aufzuhören, nur um dann wütend die Noten durch die Gegend zu schmeißen, weil mir bewusst wird, dass ich auch nach zehn Minuten genauso viel gekonnt hätte?
Warum schreibe ich nur noch traurige Texte?
Warum gelingt mir denn plötzlich alles, bis auf die eine Sache, die ich immer schon können wollte, aber niemal lernen werde: Mich auf einen Menschen einlassen.
Ich bin so undankbar. Und ich bin so müde. Ich würde das alles eintauschen, wenn ich...
Aber dazu bin ich zu müde. Ich bin jetzt zu müde zum Funktionieren
Gute Nacht.
Und weil man sich doch so eine Phase die ganze Zeit nur wünscht, möchte ich mich doch fragen: Warum kann ich das eigentlich nicht genießen?
Wieso kann ich mich nicht zurücklehnen, so weiter machen wie bisher, einfach aus dem Wissen heraus, dass es ja so funktioniert, und die Show anschauen. Wieso kann ich nicht weiterhin jeden Morgen aufstehen und es so machen wie jetzt, wo doch alles so fantastisch funktioniert.
Weil es eben nicht funktioniert.
Ich komme bis zum hohen B, davon hab ich geträumt, seit ich Gesangsunterrricht nehme. Ich hab es. Und jetzt? Joah. Jetzt ist gut.
Ich habe mir alle nicht so schönen Noten von all den letzten Jahren in denen ich die pure Faulheit in der Schule dargestellt habe ausgebessert. Und jetzt? Joah. Jetzt ist gut.
Ich muss nur noch 10 Minuten pro Tag Geige üben damit mein Musiklehrer einigermaßen zufrieden ist. Davon konnte ich vor einem Jahr nur träumen. Und jetzt? ...
Ich habe einen Preis mit der Fähigkeit gewonnen, die mir immer am allermeisten wert war. Mit dem Schreiben. Und jetzt? Joah. Jetzt ist es dann auch gut.
Also: Warum hab ich keine Lust mehr zu singen?
Warum beleidige ich Lehrer mit denen ich es bis jetzt eigentlich immer leicht hatte?
Warum spiele ich wie eine Besessene jeden verdammten Tag so lange Geige bis mit die Schultern und Finger so dermaßen wehtun, dass ich gar keine andere Wahl mehr habe als aufzuhören, nur um dann wütend die Noten durch die Gegend zu schmeißen, weil mir bewusst wird, dass ich auch nach zehn Minuten genauso viel gekonnt hätte?
Warum schreibe ich nur noch traurige Texte?
Warum gelingt mir denn plötzlich alles, bis auf die eine Sache, die ich immer schon können wollte, aber niemal lernen werde: Mich auf einen Menschen einlassen.
Ich bin so undankbar. Und ich bin so müde. Ich würde das alles eintauschen, wenn ich...
Aber dazu bin ich zu müde. Ich bin jetzt zu müde zum Funktionieren
Gute Nacht.
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