Sonntag, 5. September 2010

Sommer 2010 + ich: Eine Liebesgeschichte

Mit Bestürzen, Trauer und Verzweiflung stelle ich fest: es ist Sonntag. Das bedeutet morgen ist Montag und das wiederrum bedeutet… der jüngste Tag ist wieder einmal nicht weit.

Ja, die Ferien sind vorbei und ich bin sicher nicht die einzige, die am liebsten auf die Barrikaden gehen würde und schlicht sämtliche Schulen in die Luft sprengen möchte (Selbstverständlich LEERE Schulen). Dabei bin ich bekennende Pazifistin. Aber ach, was macht man nicht alles für die Matura… und letztendlich bin ich ja selbst schuld. Deshalb werde ich versuchen, mich nicht auf den anstehenden Schulbeginn zu konzentrieren, sondern stattdessen auf diese wundervollen vergangen zwei Monate in denen genau dieser noch so fern schien.


Das Schöne

Ich kann wohl mit Fug und Recht behaupten, dass diese Ferien die schönsten in meiner bisherigen Schullaufbahn waren. Ich habe viel zu viel gelernt (Musikalisches, etwas, dass in unserer Schule ja bekanntlich so gut wie möglich ignoriert wird, also keine Panik!), viel gesehen, wundervolle Menschen kennen gelernt (wo sich die wohl die ganze Zeit versteckt haben?), meine Liebe zu verrückten KünstlerInnen wiederentdeckt und mit den Menschen die ich schon kannte wundervolle Dinge unternommen.

Vielleicht kamen mir die freien Tage so schön vor, weil ich ausnahmsweise einmal völlig ohne Hoffnungen und Wünsche in den Sommer gegangen bin. Wer nichts erwartet, kann auch nicht enttäuscht werden, und enttäuscht wurde ich mit Sicherheit nicht.

Und weil ich gerade jetzt, wo ich ja so nostalgisch in Erinnerungen schwelge, von Liebe zu meinen Freunden geradezu überschüttet werde, muss es raus, auch wenn es noch so kitschig ist: Vielen Dank an alle Beteiligten, die mich diesen Sommer so köstlich unterhalten haben, an die, die mir neue Denkanstöße gegeben haben, mich motiviert haben, an die, die mich so positiv überrascht haben, dass ich jetzt noch überwältigt bin, an die, die mir klar gemacht haben, dass sie an mich glauben und vor allem an diejenigen, die mir gezeigt haben, dass ich nicht der einzige Freak bin der kein Fleisch isst, der Klassik hört und singt, der Angst vor der Zukunft hat und der einen ganzen Tag nur mit Schreiben verbringen könnte.

Ich weiß gar nicht, ob diese Menschen, egal, ob ich sie erst kennen gelernt habe, oder schon seit Ewigkeiten kenne, wissen, was für einen unglaublichen, bleibenden Eindruck sie jedes Mal bei mir hinterlassen.


Das Unschöne

Natürlich, gab es nicht nur so zauberhafte Leute mit denen ich meine Zeit verbracht habe. Ich kann gar nicht sagen, wie erschüttert ich über vieles war, das ich gehört und gesehen habe. Außerdem wurde viel gestorben in diesem Sommer und obwohl ich wünschte, es gäbe keine Trübung in dieser watteweichen Wunderwelt die ich vorhin skizziert habe, ist es doch unübersehbar. Es scheint bei mir ein Naturgesetz zu sein, dass ich nichts Schönes einfach so stehen lassen kann. Menschen enttäuschen. Regierungen enttäuschen. Ich enttäusche. Das ist mir alles klar. Aber um über diese Dinge nachzudenken bleibt mir auch über das Schuljahr verteilt genügend Zeit. Und dann werde ich von dem schönen, dem glitzerndem, von kindischer Naivität überzogenem Erlebten zehren. Und das werde ich mit Sicherheit müssen, denn Schule macht keinen Spaß.


Also, nach diesen fabelhaften Wochen, die einem zwar sicher einige Gehirnzellen gekostet haben (Leugnet nicht!), heißt es wieder zurück in den Ernst des Lebens. Und wer sagt denn, dass man nicht auch nach 6 – 8 Stunden die vom Tag verloren gingen, in ein zuckerüberzogenes Wunderland zurückkehren kann?

In diesem Sinne. Viel Glück, Erfolg und Stärke für das morgen anfangende Schuljahr. Und nicht vergessen:


Alles wird gut!

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